Seifen – zurück zur Natur

Seife gibt es in allen Farben, Formen und Duftrichtungen. Doch leider beinhalten Seifen oftmals Inhaltsstoffe, die dort nicht hingehören. Grund also, einmal näher hinzuschauen und in Zeiten der Nachhaltigkeit auf Naturseifen und Naturkosmetik zu setzen.

Entwicklung der Seife

Bereits im 7. Jahrhundert wurde die Seife von den Arabern zum kosmetischen Gebrauch mittels Lauge und Öl zu der uns heute bekannten Form verkocht. Nach und nach verbreitete sich das Wissen um die Herstellung der Seife bis nach Europa und wurde im 17. Jahrhundert in Frankreich optimiert. König Ludwig XIV erließ im Jahr 1688 das Reinheitsgebot für Seife welches besagt, dass eine Seife mindestens 72 % reines Öl enthalten soll, um als hochwertig zu gelten. Dieses Gebot besteht noch bis heute.

Sukzessiv wurden mehr und mehr Zusatzstoffe hinzugefügt und Seifenfabriken eröffnet, die massenweise konservierte, in Plastik eingepackte Seifen produzieren. Heutzutage bestehen herkömmliche Seifen aus eher minderwertigen Fetten entweder pflanzlicher Art, z.B. Palmöl, Sonnenblumenöl oder Kokosfett oder tierischer Art, z.B. Schmalz, Talg oder Fett. In den meisten Fällen werden Farb- und Duftstoffe hinzugefügt, die Masse wird heiß gepresst und maschinell poliert.
Vor allem die Zusatzstoffe können Allergien auslösen und bei regelmäßigem Gebrauch sogar die Haut schädigen.

Bei Naturseifen wird gänzlich auf synthetische Zusatzstoffe verzichtet. Das pflegende Glycerin entsteht auf natürliche Art durch den Prozess der Verseifung und spendet Feuchtigkeit. Herkömmlichen Seifen wird synthetisches, aus Erdöl gewonnenes Glycerin hinzugefügt. Dies entzieht der Haut Feuchtigkeit und das Resultat ist raue und trockene Haut, der mit feuchtigkeitsspendenden Cremes wieder nachgeholfen werden muss. Ein unnötiger und vermeidbarer Kreislauf.

Naturseife
Nachhaltige Naturseife

Vorteile von Naturseifen

Naturseife wird ohne Zusätze von Chemikalien und synthetischen Zusatzstoffen hergestellt. Perfekt für Menschen mit sensibler Haut, da sie die Haut nicht reizt oder gar Allergien auslöst. Da manche Menschen auch gegen Lanolin allergisch sind, ist für diese der Einsatz der veganen Seife optimal. Nachhaltigkeit besteht durch nachwachsende und biologisch abbaubar Rohstoffe. Rein pflanzliche Wirkstoffkombinationen mit hochwertigen Ölen pflegen die Haut reichhaltig. Ein weiterer Vorteil von Naturseifen ist die fehlende Plastikverpackung, somit kommen sie auch hier nicht mit Synthetik und Mikroplastik in Kontakt. Naturseifen schonen die Umwelt und sind frei von Tierversuchen.

Vegane Seife

Naturseife ist nicht gleich vegan. Sie kann Lanolin (Sekret aus den Talgdrüsen von Schafen), Milch oder Bienenwachs beinhalten. Eine der bekanntesten und auch ältesten veganen Naturseifen ist die Aleppo-Seife, die hauptsächlich aus Oliven- und Lorbeeröl besteht. Noch heute wird sie nach jahrtausendealter Tradition in Syrien per Hand hergestellt, hat nährende, feuchtigkeitsspendende und antiseptische Wirkung. Mit einem pH-Wert von 8 bis 9 ist sie zudem zur basischen Körperpflege geeignet.

Achten Sie beim Erwerb von veganen Seifen bitte auf Zertifizierungen. Das NCS-Zertifikat (Natural Cosmetics Standard) belegt, dass es sich tatsächlich um vegane, tierversuchsfreie Naturkosmetik handelt. Andere Nachweise, wie Cosmos, das BDIH- oder Natrue-Siegel belegen die reine Naturkosmetik, jedoch nicht unbedingt die vegane Zusammenstellung.

Vorteile handgemachter Handseifen

Handgemachte Seifen können individuell auf den Hauttyp abgestimmt werden. Ob zur Verwendung bei trockener Haut oder Akne, natürliche Inhaltsstoffe hoher Qualität können ausgewählt und die Duftrichtung bestimmt werden. Zudem hat man optisch ein Unikat, welches im Drogeriemarkt so nicht zu erwerben ist.

Garantiert fündig wird man bei Seifen von Sauberkunst, Puremetics, Klar Seifenmanufaktur oder Junglück. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann die Seife auch selbst herstellen. Online finden sich zahlreiche Rezepte mit den verschiedensten Zutaten wie Avocado-, Mandel-, Traubenkernöl, ätherischen Ölen und pflegenden Zusätzen wie Tonerde, Brennnesselblätter oder Zimt.

Typische Einsatzzwecke

Außer Kernseife oder Seifen zum Händewaschen können Naturseifen als Ersatz für Duschgel verwendet werden. Zudem gibt es Seifen zur Gesichtsreinigung (Gesichtsseife), Haar-, Rasier- und sogar Zahnseifen. Wer es mag, wenn die Seife stark schäumt, der kann zur Verwendung ein Seifensäckchen benutzen, z.B. aus Sisal und erhält so zusätzlich einen Peelingeffekt. Aufgrund der Überfettung eignen sie sich nicht als Putz- oder Waschmittel. Der Fettfilm würde auf Oberflächen Schlieren verursachen und Kleidung nach einer Weile ranzig riechen.

Worauf muss man achten?

Da Naturseifen keine Konservierungsstoffe zugefügt werden, muss man einige Dinge beachten, damit man sich lange daran erfreuen kann. Wichtig ist der Erwerb einer hochqualitativen, gut verseiften und somit Glycerin-haltigen Sorte. Dies erkennt man an der Transparenz. Erscheint die Seife matt und stumpf, wurde sie nicht gut verarbeitet und wird schnell bröckelig und ranzig. Ein guter Tipp ist es, die Seife in einige kleinere Stücke aufzuteilen und nach und nach aufzubrauchen. Die Bruchstücke kann man vor ihrem Gebrauch zwischen der Wäsche im Schrank aufbewahren, so können sie ihren Duft weiterreichen bevor sie zu ihrem eigentlichen Einsatz kommen.

Sobald die Seife einmal in Gebrauch ist, ist es wichtig, sie jedes Mal gut trocknen zu lassen, da sie sonst matschig wird. Dafür eignet sich eine Schale mit Ablauf. Falls man keine besitzt, kann man mit kleinen, hübschen Steinchen in der Schale nachhelfen, auf denen sich die Seife nach jeder Nutzung trocknen lässt.

Die Vorteile kurz zusammengefasst:

  • Keine synthetischen Zusatzstoffe
  • Keine allergieauslösenden Stoffe
  • Kein Kontakt mit Mikroplastik
  • Nachhaltig
  • Tierversuchsfrei
  • Feuchtigkeitsspendend
  • Individuell anpassbar
  • Auf Hochwertigkeit und Zertifikate achten

Es lohnt sich also nicht nur für die Natur und Umwelt, auf vegane, handgefertigte Naturseifen umzusteigen. Die Haut wird dankbar sein, wenn sie ihre Feuchtigkeit zurückbekommt und man nicht mehr künstlich nachhelfen muss.

Fotos:
Aurélia Dubois@aureliaduboisphotographie
Paul Gaudriault@pl_gt

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